Sicherer Umgang mit Gefahrstoffen

Wie viel Chemie steckt eigentlich in unseren Arzneimitteln? Einfache Experimente demonstrieren Wissenswertes und Überraschendes rund um Aspirin, Iodtinktur & Co.

In den bunten Pillen, Cremes und Säften aus der Apotheke oder dem Drogeriemarkt steckt jede Menge Chemie. Eine Aspirintablette ist mit den Augen des Chemikers betrachtet nichts anderes als verpresste pulverförmige Acetylsalicylsäure mit einem Überzug aus Speisestärke. Welche chemischen Prinzipien dafür sorgen, dass ein Arzneimittel wirkt, kann jeder mithilfe des Experimentierbuch „Chemie der Arzneimittel. Einfache Experimente mit Medikamenten aus der Apotheke“ von Georg Schwedt selbst herausfinden.

Im ersten Teil des Lehrbuches werden Arzneimittel vorgestellt, die als Hauptwirkstoffe anorganische Substanzen enthalten und zum Teil schon seit hunderten von Jahren in Gebrauch sind. Dabei wird teilweise auf die Galenik (Arzneimittelbereitung) früherer Zeiten zurückgegriffen. Im zweiten Teil werden Arzneimittel mit organischen Wirkstoffen wie z. B. Aspirin oder Paracetamol untersucht. Die Zubereitung von Arzneien aus Wirk- und Begleitstoffen wird im dritten Teil anhand verschiedener Arzneiformen wie Pulver, Salben und Tinkturen beschrieben. Mit den hier vorgestellten Verfahren und Rezepten kann jeder zum Hobby-Apotheker werden und eigene Medikamente herstellen. Das Buch richtet sich an Lehrer und Dozenten der Chemie, Schüler sowie Studenten, Chemische Institute, Bibliotheken und an alle Chemie-Interessierten.

In bewährter Schwedt’scher Manier werden Wirkung und Herstellung von Arzneimitteln, die jeder schon einmal verwendet hat, durch einfache Experimente veranschaulicht. Die mehr als 80 Experimente wurden vom Autor eigens für dieses Buch entwickelt und sind mit einfachsten Mitteln und Geräten durchführbar. Die zur Durchführung der Versuche nötigen Arzneipräparate sind in Apotheken und Drogeriemärkten rezeptfrei erhältlich.

Georg Schwedt
Chemie der Arzneimittel
Einfache Experimente mit Medikamenten aus der Apotheke

1. Auflage, September 2018
166 Seiten, Softcover
55 Abbildungen
Lehrbuch
ISBN: 978-3-527-34503-8
Wiley-VCH, Weinheim
29,90 €

in Kürze…

Einführung – aus der Geschichte von Galenik und pharmazeutischer Chemie

Kapitel 1: ANORGANIKA
Salinische Abführmittel: Glaubersalz und Bittersalz
Hermann Hager (1816-1897)
Experimente mit dem Glaubersalz
Exp. 1: Wasserabgabe der Kristalle an der Luft
Exp. 2: Kristallwasser-Abgabe beim Erhitzen
Exp. 3: Temperatureffekte beim Lösen im Wasser
Exp. 4: Kristallisation des Decahydrats
Experimente mit dem Bittersalz
Exp. 5: Erhitzen des Bittersalzes
Exp. 6: Unterscheidung des Bittersalzes vom Glaubersalz
Exp. 7: Nachweis der Sulfationen
Antacida
Exp. 8:Verhalten von Antacida-Tabletten im Wasser
Exp. 9: Säurebindungsvermögen
Exp. 10: Nachweise spezieller Inhaltsstoff der ausgewählten Antacida
Exp. 11: Das Schichtgitter-Antacidum Magaldrat
H2-Blocker und Protonenpumpen-Hemmer
Exp. 12: Inhaltsstoffe der Ranitidin-Tablette
Exp. 13: Bestandteile der OMEP-Kapseln
Eisenpräparate
Exp. 14: Herstellung Blaudscher Pillen
Exp. 15: Herstellung der Tinctura ferri pomata
Exp. 16: Eisen in der Zitrone – Abwandlung eines historischen Rezeptes
Zur Geschichte der Generika
Exp. 17: Versuchsreihe zum Lösferron
Exp. 18: Eigenschaften der Eisen-Retard-Tablette Tardyferon
Exp. 19: Versuchsreihe zur Retard-Tablette von Ratiopharm
Exp. 20: Eigenschaften und Inhaltsstoffe der Eisentinktur
Selen als Arzneimittel
Exp. 21: Elementares Selen durch Reduktion mit Ascorbinsäure
Antiseptische (Desinfektions-) Mittel
Iod ? als Tinktur, Povidon-Iod, Salbe und in Tabletten
Exp. 22: Freisetzung des Iods aus der Tinktur als Dampf
Exp. 23: Reaktionen des Iods mit Papier und Stärke
Exp. 24: Iodtinktur mit Natrimcarbonat entfärben
Exp. 25: Verhalten des Iods in verschiedenen Lösemitteln
Exp. 26: Nachweis von Iodid in der Iodtinktur
Exp. 27: Nachweis von Iodid in Jodtabletten
Exp. 28: Iodid in hoch dosierten Kaliumiodid-Tabletten
Exp. 29: Löslichkeit des Iods aus der Salbe
Essigsaure Tonerde ? von der Lösung bis zur Tablette
Exp. 30: Herstellung einer Lösung essigsaurer Tonerde nach dem Deutschen Arzneibuch
Exp. 31: Der historische Identitätsnachweis
Exp. 32: Prüfung einer Lösung essigsaurer Tonerde aus der Apotheke
Exp. 33: Aluminiumacetat-Tartrat in Tablettenform
Exkurs: Kaliumpermanganat als Reagenz und als Antiseptikum

Kapitel 2: ORGANIKA
Ätherische Öle – Gewinnung durch Wasserdampfdestillation
Exp. 34: Abtrennung ätherischer Öle durch Wasserdampf-Destillation aus Alltagsprodukten
Franzbranntwein – Klosterfrau Melissengeist – Grünlicht Hingfong
Nelkenöl – Japanisches Heilpflanzenöl (Minzöl)
Exp. 35: Versuchsreihe zu den Inhaltsstoffen vom Franzbranntwein
Exp. 36: Klosterfrau Melissengeist im Experiment
Exp. 37: Grünlicht Hiengfong und Hingfong-Essenz Hofmann’s
Campher (Camphora)
Exp. 38: Nelkenöl und Minzöl – physikalisch-chemisch und chemisch-reaktiv im Vergleich
Salicylsäure und ihre Derivate
Exp. 39: Nachweis der Salicylsäure im Präparat Collomacktopical
Exp. 40: Salicylsäure in einer Salbe
Exkurs zur Vaseline
Zum Aspirin – verschiedene Produkte
Exp. 41: Charakterisierung einer Aspirin N-100 mg-Tablette – saure Hydrolyse
Exp. 42: Alkalische Hydrolyse von Acetylsalicylsäure
Exp. 43: Charakterisierung einer Aspirin 500 mg-Tablette
Exp. 44: Nachweis von Begleitstoffen in verschiedenen Aspirin-Tabletten
N-Acetyl-4-aminophenol (Paracetamol)
Exp. 45: Allgemeine Eigenschaften und Reaktionen von Paracetamol
Exp. 46: Reaktionen nach der Extraktion des N-Acetylaminophenols mit Ethanol
Exp. 47: Alkalische Hydrolyse des Paracetamols
Exp. 48: Saure Hydrolyse von Paracetamol mit verdünnter Salpetersäure
Exp. 49: Unterscheidung von Aspirin- und Paracetamol-Tabletten
TOGAL und THOMAPYRIN
Exp. 50: Vergleich der Bestandteile von Togal- und Thomapyrin-Tabletten
4-Amino-benzoesäureethylester (Wirkstoff Benzocain)
Exp. 51: Lutschtablette mit Benzocain
Exp. 52: Amylmetacresol und 2,4-Dichlorbenzylalkohol als Wirkstoffe in ?Junior?-Halstabletten
Benzoylperoxid
Exp. 53: Ein Akne-Gel mit Benzyolperoxid im Experiment
Phenylalkansäure und andere Aromaten
Diclofenac (Voltaren)
Exp. 54: Oxidation von Diclofenac mit rotem Blutlaugensalz
Exp. 55: Nachweis von sonstigen Bestandteilen in einer Voltaren-Tablette
Bisacodyl (Dulcolax)
Exp. 56: Erhitzen von Dulcolax in Natronlauge
Exp. 57: Reaktionen der sonstigen Bestandteile der Dulcolax-Dragees
Ibuprofen
Exp. 58: Vergleich von Ibuprofen-Präparaten
Heterocyclen
8-Hydroxychinolin als keimmindernder Wirkstoff
Exp. 59: 8-Hydroxychinolin in Tablettenform
Exp. 60: Nachweis und Fällung von Metallen mit 8-Hydroxychinolin
Dimetinden als Antiallergikum
Exp. 61: Nachweise von Inden und sonstiger Tropfen-Bestandteile
Phenazone
Exp. 62: Phenazon in einer Eu-Med-Tablette
Polysaccharide und andere Polyole als Wirkstoffe
Hyaluronsäure
Exp. 63: Eigenschaften der Hyaluronsäure – Erhitzen im Alkalischen
Exp. 64: Erhitzen der Hyaluronsäure-haltigen Tropfen in salzsaurer Lösung
Lactulose
Exp. 65: Oxidierbarkeit der Lactulose mit Kaliumpermanganat
Panthenol als Polyol und Amid
Exp. 66: Versuchsreihe zur Panthenol-Lösung

Kapitel 3: VOM WIRKSTOFF ZUM ARZNEIMITTEL
Wirkstoffsynthesen
Exp. 67: Synthese der Acetylsalicylsäure
Exp. 68: Synthese von N-Acetyl-4-aminophenol (Paracetamol)
Beispiele zur Galenik
Apothekerkunst
Tinkturen und Extrakte – Auszüge aus Pflanzendrogen
Leinsamen
Exp. 69: Macerat aus Leinsamen – Decoctum semen lini
Perkolation
Exp. 70: Durchführung einer Perkolation im Labor
Medizinische Anwendung von Artischockenblättern
Exp. 71: Artischocken – Extrakt aus dem Perkolator und als Infusum
Rezeptur
Suspension und Emulsion
Exp. 72: Ethanolhaltige Zinkoxid-Suspension
Creme, Salbe, Paste
Exkurs: Mörser, Reibschale, Fantaschale
Exp. 73: Zubereitung einer Creme: Eucerin cum aqua
Vom Wollwachs zum Eucerin von Beiersdorf
Exp. 74: Herstellung einer 5%igen Salicylsäure-Vaseline als Salbe
Exp. 75: Zubereitung einer Zink-Paste
Exp. 76: Übergang von Zink aus Öl und Paste in verdünnte Säure
Exp. 77: Schmelzverhalten von Vaseline und Nivea-Creme
Pulver und Puder
Exp. 78: Pulver zum Einnehmen: Magnesium-Brauspulver
Exkurs zu Mangel und Versorgung von Magnesium
Exp. 79: Prüfung des selbst hergestellten Magnesium-Brausepulvers
Exp. 80: Magnesium-Kau- und Brausetabletten im Vergleich
Puder-Rezeptur
Exp. 81: Herstellung eines Harnstoff-Glucose-Puders
Exp. 82: Eigenschaften des Harnstoff-Glucose-Puders
Pillen, Pastillen, Kapseln und Dragees
Exp. 83: Herstellung von Coffein-Pillen (ohne Pillenbrett)
Tablette oder Pastille
Exp. 84: Salmiak-Pastillen zuckerfrei
Exp. 85: Sirup statt Pastille: Hustensirup mit Ammoniumchlorid
Kapseln
Exp. 86: Füllen und Zerfall einer Gelatine-Kapsel
Exkurs zum Pepsinwein
Exp. 87: Nachweis für Gelatine
Placebos als Dragees
Exp. 88: Nachweis von Inhaltsstoffen in Placebo-Dragees
Literaturverzeichnis

ANHÄNGE
Anhang 1: Liste der in Experimenten verwendeten Arzneimittel
Anhang 2: Ordnung der Medikamente nach deren Anwendung
Anhang 3: In Experimenten nachgewiesene Wirkstoffe bzw. sonstige Bestandteile

HINWEIS: Die überwiegende Zahl der für die Experimente verwendeten Arzneimittel ist apothekenpflichtig, jedoch nicht verschreibungspflichtig.

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Über den Autor

Der bekannte Chemieprofessor Georg Schwedt sucht – und findet – Chemie fast überall. Im Supermarkt, im Kochtopf, im Garten und in der Apotheke. In zahlreichen Sach- und Lehrbüchern, mit seinem Mitmachlabor SuperLab und Experimentalvorträgen zeigt er Jung und Alt, wie viel Spaß Chemie wirklich macht. Er arbeitet mit der „ExperimentierKüche“ des Deutschen Museums in Bonn zusammen und bietet dort Lehrern, Schülern und jedem Neugierigen Wissenschaft zum Anfassen.
Im Jahre 2010 erhielt Georg Schwedt den GDCh-Preis für Journalisten und Schriftsteller.

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