Geschichte der anorganischen Chemie

Helmut Werner

Die Entwicklung einer Wissenschaft in Deutschland von Döbereiner bis heute

wer eine Wissenschaft erlernen will, der muss auch deren historische Entwicklung verstehen. Das neue Sachbuch des anerkannten Anorganikers Helmut Werner verbindet beides: Einerseits führt es durch die Geschichte der anorganischen Chemie, andererseits erfahren die Leser – quasi im Vorbeigehen – Grundlegendes über die Wissenschaft. Die „Geschichte der anorganischen Chemie. Die Entwicklung einer Wissenschaft in Deutschland von Döbereiner bis heute“ von Helmut Werner ist als historische Darstellung somit einzigartig auf dem Markt; nun erscheint sie bei Wiley-VCH.

Bereits seit dem Altertum ist die anorganische Chemie – verkürzt ausgedrückt: Chemie ohne Kohlenstoffe – in ihren Grundzügen bekannt. Letzten Endes basieren Verfahren, mit denen man Metall gewinnt, Glas und Porzellan herstellt, sowie Verfahren zum Gerben auf anorganisch-chemischen Methoden. Seit dem frühen 19. Jahrhundert erlebte diese Wissenschaft dann eine Blüte, die in weiten Teilen von Deutschland ausging. Insofern spiegelt deren Entwicklung auch die historische und politische Entwicklung Deutschlands wider. Und hier setzt Helmut Werner mit seiner Darstellung an.

In seinem Buch zeichnet der Autor, der auf eine jahrzehntelange Forschungs- und Lehrerfahrung zurückgreifen kann, die Entwicklung der anorganischen Chemie in Deutschland von den ersten wirklich wissenschaftlichen Schritten im frühesten 19. Jahrhundert bis hin zu den modernen Forschungsthemen des beginnenden 21. Jahrhunderts nach. Dabei klammert der Autor auch schwierige Aspekte nicht aus, sondern thematisiert sowohl das opportunistische als auch das widerständige Verhalten der Anorganiker während des Nationalsozialismus und in der DDR.

Im Vordergrund der historischen Betrachtung stehen dabei über die gesamte Zeitspanne hinweg die einzelnen Wissenschaftler, die mit ihren jeweiligen Leistungen und Schwerpunktsetzungen die wissenschaftliche Landschaft geprägt haben. Mit dieser Fokussierung auf die handelnden Personen erzählt Werner die Geschichte dieser Wissenschaft lebendig – und bietet so beides: Chemie im Spiegel der Zeit und Chemie en passant. Sein Buch ist eine historische Darstellung der Anorganik, die zugleich grundlegendes Wissen über diese Wissenschaft spannend aufbereitet.

Helmut Werner
Geschichte der anorganischen Chemie
Die Entwicklung einer Wissenschaft in Deutschland von Döbereiner bis heute

2017, 1. Auflage, 688 Seiten, 200 Abbildungen.
Gebunden.
ISBN: 978-3-527-33887-0 / Wiley-VCH, Weinheim
99,00 €

Vorwort

PROLOG

VORFAHREN

DAS 19. JAHRHUNDERT: DIE ANORGANISCHE CHEMIE BEKOMMT KONTUREN

DAS ERSTE DRITTEL DES 20. JAHRHUNDERT: EIN SCHRITTWEISER AUFSCHWUNG
Die Chemie der Borane und Silane: Meisterleistungen der Experimentierkunst
Otto Ruff und der Höhenflug der Fluorchemie
Die Koordinationschemie fasst Fuß
Metallorganik trifft Koordinationschemie: Die Chemie der Metallcarbonyle
Pionierarbeiten in der Festkörperchemie

1933-1945: EINE BEDRÜCKENDE ZEIT
Die allgemeine Situation
Alte und neue Forschungsprojekte

1945-1955: DIE AUFBAUJAHRE
Ein schwieriger Beginn
Die vorherrschenden Forschungsthemen
Ein Schritt in Neuland

1960-1975: DIE RENAISSANCE DER ANORGANISCHEN CHEMIE
Der erste Paukenschlag: Die Synthese stabiler Verbindungen der „edlen“ Gase
Der zweite Paukenschlag: Die Entdeckung der Carben- und Carbinkomplexe
Renaissance der Nichtmetallchemie
Frische Impulse in der Festkörperchemie
Fortschritte in der metallorganischen Chemie

1975-1990: EINE NEUE GENERATION RÜCKT NACH
Der Sturz des Doppelbindungsverbots
Weitere Glanzpunkte in der Nichtmetallchemie
Ein altes und doch neues Gebiet: Molekulare Metallcluster
Experiment und Theorie in der Festkörperchemie
Neue Facetten in der Organometall- und Koordinationschemie

DIE ANORGANISCHE CHEMIE AN DEN UNIVERSITÄTEN IN DER DDR
Unruhige Jahre
Forschungsaktivitäten im real existierenden Sozialismus

ANORGANISCHE CHEMIE VOR UND NACH DER JAHRTAUSENDWENDE
Festkörperchemie und Nanomaterialien
Metalloide, „Wagenräder“ und Riesencluster
Chemie der Nichtmetalle: Unverändert aktuell
Elementorganische und Metallorganische Chemie
Ein neuer Zweig: Bioanorganische Chemie

DIE ENTWICKLUNG DER ANORGANISCHEN CHEMIE AN DEN „ALTEN“ DEUTSCHEN UNIVERSITÄTEN UND TECHNISCHEN HOCHSCHULEN
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Humboldt-Universität Berlin
Technische Universität Berlin
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Technische Universität Braunschweig
Technische Universität Clausthal
Technische Universität Darmstadt
Technische Universität Dresden
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt
Technische Universität Bergakademie Freiberg
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Justus-Liebig-Universität Gießen
Georg-August-Universität Göttingen
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Universität Hamburg
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Karlsruher Institut für Technologie
Christian-Albrechts-Universität Kiel
Universität Köln
Universität Leipzig
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Philipps-Universität Marburg
Ludwig-Maximilians-Universität München
Technische Universität München
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Universität Rostock
Universität Stuttgart
Eberhard Karls Universität Tübingen
Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Die ehemals deutschen Universitäten Königsberg und Breslau und die Technischen Hochschulen Breslau und Danzig

DIE ENTWICKLUNG AN DEN „JUNGEN“ UNIVERSITÄTEN
Universität Augsburg
Universität Bayreuth
Freie Universität Berlin
Universität Bielefeld
Ruhr-Universität Bochum
Universität Bremen
Technische Universität Chemnitz
Technische Universität Dortmund
Universität Düsseldorf
Universität Duisburg-Essen
Universität Hohenheim
Technische Universität Kaiserslautern
Universität Kassel
Universität Konstanz
Technische Universität Magdeburg
Universität Oldenburg
Universität Osnabrück
Universität Paderborn
Universität Potsdam
Universität Regensburg
Universität des Saarlandes
Universität Siegen
Universität Ulm
Universität Wuppertal
Max-Planck-Institute

EPILOG

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Helmut Werner

Helmut Werner ist Professor Emeritus am Institut für Anorganische Chemie der Universität Würzburg. Er hat sein Diplom in Chemie von der Universität Jena erhalten und 1961 seine Dissertation bei Professor E. O. Fischer in München abgeschlossen. Nach einem Postdocaufenthalt in den USA habilitierte er sich an der TH München. Helmut Werner war dort Privat- und Hochschuldozent, bevor er 1970 als ordentlicher Professor an die Universität Zürich berufen wurde. Schließlich nahm er 1975 den Ruf auf die Professur in Würzburg an, an der er bis zu seiner Emeritierung wirkte. Er ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden, darunter dem Alfred-Stock-Gedächtnispreis der GDCh, dem Max-Planck-Forschungspreis und dem J. C. Mutis-Award des spanischen Wissenschaftsministeriums. Während seiner längjährigen Lehr- und Forschungs-tätigkeit betonte Helmut Werner stets die Bedeutung der Geschichte einer Wissenschaft für deren zukünftige Entwicklung.

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