Artenschutz durch Habitatmanagement

Werner Kunz

Der Mythos von der unberührten Natur

Die Entwicklung des Artenschutzes ist paradox. Einerseits entstehen immer mehr Naturschutzgebiete in Mitteleuropa, andererseits geht das Artensterben weiter. Nicht neu im Laufe der Evolution, aber eine Tatsache, die alle  Naturschützer beschäftigt und die nach Lösungen suchen. Mit seinem Buch „Artenschutz durch Habitatmanagement“ weist der Biologe Werner Kunz einen Weg aus dieser Situation und liefert einen bedeutenden Beitrag zur aktuellen Debatte um die Zukunft des Natur- und Artenschutzes. Das Buch erscheint nun bei Wiley-VCH.

Dabei stellt Kunz den Mythos von der unberührten Natur in den Mittelpunkt und erklärt, dass die Natur auch vor der Natur geschützt werden muss. Um die Vielfalt der Arten zu erhalten, reicht es oftmals nicht aus, einen Lebensraum lediglich vor äußeren Einflüssen zu schützen und ihn weitgehend sich selbst zu überlassen. Nein, vielmehr müssen Menschen die Habitate besonders bedrohter Tier- und Pflanzenarten selbst aktiv gestalten. Anhand von Beispielen seltener Vögel- und Insektenarten demonstriert der Biologe, warum die Erhaltung bedrohter Arten nicht gleichbedeutend mit dem Schutz der Natur ist und warum ein ständiges Biotopmanagement notwendig ist, das auf die besonderen Nahrungs- und Fortpflanzungsmöglichkeiten gefährdeter Arten hin eingerichtet ist.

Diskutiert der Autor hier einerseits Grundlagen des Natur- und Artenschutzes, zeigt er andererseits auch, wie durch intelligente Umgestaltung der Kulturlandschaft in der Praxis neue Lebensräume für bedrohte Arten in Zeiten der technisierten Landwirtschaft geschaffen werden. Das Vorwort hat der bekannte Biologe Josef H. Reichholf geschrieben. Pflichtlektüre für alle, die sich für Natur- und Artenschutz interessieren – für Fachleute in den Organisationen und Institutionen ebenso wie für alle an Naturwissenschaften interessierte Leserinnen und Leser.

Werner Kunz
Artenschutz durch Habitatmanagement
Der Mythos von der unberührten Natur

1. Auflage
2016. 314 Seiten, 12 Abbildungen und Tabellen. Gebunden.
ISBN: 978-3-527-34240-2 / Wiley-VCH, Weinheim
€ 59,90

In Kürze

Einführung: Der Schutz von seltenen Arten – Zeit für einen neuen Ansatz

Einleitung: Seltene Arten und naturnahe Habitate in Mitteleuropa
– Vorbemerkungen
– Ein Plädoyer für offene Landschaften
– Mitteleuropa ist nicht Brasilien: Ein Plädoyer für technisches Biotop-Management

Ein Blick zurück in die verlorene Landschaftsstruktur der Vergangenheit
– Der Artenreichtum früherer Biotope
– Der Rückgang der „Biomasse“ in Mitteleuropa
– Verlorene Landschaftsstrukturen – wo sind sie heute noch zu finden?

Was will der Naturschutz: saubere Luft, Unberührtheit, seltene Arten häufig machen?
– Was ist Natur? Was ist Naturschutz?
– Welche Arten sollen geschützt werden?
– Trennung der Begriffe Umweltschutz, Naturschutz, Artenschutz und Tierschutz
– Falsch verstandener Naturschutz
– Was sind Naturschutzgebiete?
– Der Schutz der einen Art ist der Tod der anderen Art
– Wer tötet mehr Vögel – die Vogelfänger Westeuropas und des Mittelmeers oder unsere Hauskatzen?

Ziele, Inhalt und Grenzen der Roten Listen der gefährdeten Arten
– Ziele und Entstehung der Roten Listen der gefährdeten Arten
– Die Einstufung bedrohter Arten in Gefährdungskategorien
– Die nationale Verantwortlichkeit für bestimmte Arten
– Arten oder genetisch isolierte Populationen – Was soll geschützt werden?

Veränderungen im Bestand der Vögel und Tagfalter in Mitteleuropa und in Deutschland
– Veränderungen im Bestand der Vögel in Deutschland
– Veränderungen im Bestand der Tagfalter in Mitteleuropa

Die besondere Situation der Arten in Mitteleuropa
– Mitteleuropa ist kein Naturland
– Werden in Mitteleuropa bedrohte Arten durch Wald-Nationalparks gerettet?
– Stickstoff erstickt die Biodiversität in Mitteleuropa
– Die Rettung vieler Rote-Liste-Arten in Mitteleuropa erfordert technische Eingriffe in die Natur
– Goldregenpfeifer, Uferschnepfe und Großtrappe als Kulturfolger in Mitteleuropa

Mythos Wald
– Warum lieben die Deutschen den Wald so sehr? Der Ursprung des Menschen liegt doch in der Savanne
– Der Eingriff des Menschen in die mitteleuropäischen Wälder in der Jungsteinzeit und Bronzezeit
– Der Wald in Mitteleuropa von der Römerzeit bis in die Neuzeit

Die Apokalypse des weltweiten Artensterbens
– Wie viele Arten leben auf der Welt?
– Gibt es heute ein weltweites Artensterben?

Cover Leseprobe Pressemitteilung

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Ich möchte von folgendem Titel ein Rezensionsexemplar erhalten:

Werner Kunz ist Professor emeritus am Institut für Genetik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Nach dem Studium der Biologie, Chemie und Physik in Münster und einer Promotion über Chromosomen bei Insekten war er zwei Jahre lang Gastwissenschaftler an der Yale University, New Haven/USA, wo er in die Molekularbiologie wechselte. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland arbeitete er als Professor der Allgemeinen Biologie in Düsseldorf, später änderte er nochmals sein Arbeitsgebiet und forschte an einem Erreger einer Tropenkrankheit. Seit 2004 arbeitete Kunz wissenschaftstheoretisch über Prinzipien der Gruppierung der Organismen zu Arten. Kunz ist Autor mehrerer Bücher und Fachartikel zu den Themen Feldbiologie und Artenschutz.

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